„Richtig eingesetzt kann teurer billiger sein“

Interview zur Qualität der Hilfsmittelversorgung
Viele Menschen sind mit der Qualität der Hilfsmittelversorgung unzufrieden, das belegt eine repräsentative Umfrage der Schwenninger Krankenkasse. Ein Interview mit Roland Frimmersdorf und Michael Scheller.

Donnerstag, 10. November 2016
Roland Frimmersdorf, Michael Scheller / Schwenninger Krankenkasse
Roland Frimmersdorf (li.) und Michael Scheller (re.) © Schwenninger Krankenkasse

Redaktion: Laut Ihrer Studie hat nahezu jeder Zweite in Deutschland den Eindruck, dass Krankenkassen immer weniger Hilfsmittel bewilligen. Hat Sie das überrascht?

Roland Frimmersdorf: Mit diesem eindeutigen Votum: ja. Von unseren Versicherten habe ich solche Beschwerden bislang noch nicht gehört. Wir führen regelmäßig fundierte Kundenumfragen durch. So zuletzt zur Versorgung mit Inkontinenzprodukten, die aufgrund von Ausschreibungsverfahren der gesetzlichen Krankenkassen bekanntlich immer wieder im Zentrum der öffentlichen Kritik steht. Auch hier gab es keine nennenswerten Beschwerden unserer Versicherten. Wie das bei anderen Kassen ist, mag ich nicht beurteilen.

Sie fühlen sich also nicht angesprochen.

Frimmersdorf: Nein! Aber die Kritik nehmen wir natürlich trotzdem ernst. Und wir teilen sie in einem sehr wichtigen Punkt: Laut unserer Befragung ist für rund 70 Prozent der Bürger die Qualität der Hilfsmittel wichtiger als ihr Preis. Das ist auch unsere Ansicht. Qualität zahlt sich gerade in diesem Bereich auf jeden Fall aus.

(...)

Roland Frimmersdorf ist Unternehmenssprecher, Michael Scheller Hilfsmittelexperte bei der Schwenninger Krankenkasse.

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